Einladung zur Zwischenbilanz

Vor einem Jahr wurden in unserer Gemeinde 170 Flüchtlinge aufgenommen. Rund 300 Einwohner nahmen am  8. September 2015 an einer Veranstaltung in der Turnhalle teil und brachten ihre Bedenken, aber auch ihre Hilfsbereitschaft zum Ausdruck. Nun soll Zwischenbilanz gezogen werden. Wie haben sich die neuen Nachbarn eingewöhnt? Wie haben sich die Einwohner mit den Flüchtlingen arrangiert? Wie soll es mit dem Netzwerk weitergehen? Um diese Fragen zu diskutieren, lädt die Steuergruppe alle Bürgerinnen und Bürger ein, mit Flüchtlingen und Mitgliedern des „Netzwerkes“ ins Gespräch zu kommen:
Mittwoch, 28.09.2016 um 19 Uhr im Speiseraum der Grundschule in Neuseddin
In der letzten Zeit war Funkstille aus dem Netzwerk. Das hat natürlich einerseits mit der Sommerpause zu tun. Andererseits gibt es Veränderungen im Camp, die auch die Arbeit des Netzwerkes beeinflussen: Im Camp leben zur Zeit noch 107 Bewohner. Davon befinden sich 42 im Asylverfahren, in dem darüber entschieden wird, ob sie in Deutschland bleiben können. Die anderen haben als Kriegsflüchtlinge aus Syrien ein vorläufiges Bleiberecht erhalten.
Die Einrichtung am Breitenbachplatz – das ehemalige Ambulatorium – ist ein sogenanntes Übergangswohnheim. Wer eine Bleibeperspektive hat, wurde deshalb vom Jobcenter aufgefordert, sich Wohnung und Arbeit zu suchen.  Dies ist einigen Flüchtlingen auch in unserer Gemeinde gelungen. Einer arbeitet z. B. in der Küche des Gasthofes „Zur Reuse“ in Kähnsdorf, ein anderer macht ein Praktikum bei einem Frisör in Beelitz.
Auch Dank der großen Hilfsbereitschaft der Einwohner unserer Gemeinde mit Sachspenden ist bei der Ausstattung mit Kleidung und anderem Bedarf des täglichen Lebens die größte Not beseitigt. In Zukunft soll das Internet genutzt werden, um Bedarf und Angebot an Materialspenden zu koordinieren. Was noch im Materiallager war, ist an die Schatztruhe gegangen, eine Einrichtung der  Arbeiterwohlfahrt im Potsdamer Schlaatz. Unterstützung brauchen die neuen Nachbarn jetzt deshalb vor allem bei der Arbeitsplatz- und Wohnungssuche.
Ende September Anfang Oktober soll der Umzug aus den Containern ins ehemalige Ambulatorium erfolgen. Vom Landkreis gibt es die Zusage, dass die Container dann wieder abgebaut werden. Für die Einwohner wird es wieder die Möglichkeit geben, sich die neuen Unterkünfte anzusehen. Eine kleine Veranstaltung ist auch geplant, um den Einzug in das festes Gebäude zu feiern.
Das Café im Ambulatorium war zweimal wöchentlich ein wichtiger Treffpunkt für Flüchtlinge und die Mitstreiter des Netzwerkes. In lockerer Atmosphäre wurde geplaudert und Sprachunterricht durchgeführt.  Auch die Café-Räume wurden inzwischen saniert und stehen nicht mehr zur Verfügung. Mit dem Investor der Einrichtung und dem Landkreis soll geklärt werden, welche Möglichkeiten es in Zukunft für eine Einrichtung wie das Café geben kann.
Der Sprachunterricht findet im Sportlerheim statt und ist nicht von den Umbaumaßnahmen betroffen. In zwei Gruppen mühen sich dort bis zu 20 Flüchtlinge mehrmals wöchentlich ab, sich unsere Muttersprache anzueignen.
Die Stimmung zum Thema Flüchtlinge hat sich innerhalb des letzten Jahres verändert. Dennoch kann es keinen Zweifel daran geben, dass es wichtig ist, den neuen Nachbarn zu helfen, sich bei uns zu integrieren, auch in unserem eigenen Interesse.
W. R.

 

Serverprobleme, Facebookseite und Umzugskartons

Sehr geehrte Leser,

leider hatten wir in den letzten Tagen einige Serverprobleme zu beklagen. Trotzdem konnten wir die Seite so wiederherstellen, dass sie jetzt wieder normal funktioniert. Der einzige, wesentliche Unterschied: Sie sehen nun blau anstelle von gelb-orange.

Wie sie vielleicht schon vor einigen Tagen gelesen haben, ist zudem unsere Facebookseite online. Schauen sie doch hin und wieder vorbei, lassen sie sich über Veranstaltungen oder allgemeines Informieren.

Auch diese Meldung ist schon vor einigen Tagen erschienen: Um die Winterkleidung der Kleiderkammer des Cafés über die warme Jahreszeit hinweg einzumotten, benötigen wir Umzugskartons. Sie haben noch einige, für die sie keinen Verwendungszweck haben? Geben sie sie zu den Cafézeiten (Mi. und Fr. von 14-17 Uhr) im Café im Ambulatorium ab.

Tom Schirrwagen

Helga Kurjatschij in den PNN

Helga Kurjatschij„Es gibt ein helles Deutschland, das sich leuchtend darstellt“, sagt Bundespräsident Joachim Gauck über die Helfer, die sich in diesen Tagen für Flüchtlinge einsetzen. Auch in Potsdam und Umgebung geben viele Freiwillige ihr Bestes. Die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) stellen jede Woche ein Beispiel vor, aufgezeichnet von Katharina Wiechers. Am 18.3.2016 wurde Helga Kurjatschij aus unserem Netzwerk vorgestellt: „Als klar war, dass hier in Neuseddin ein Übergangswohnheim für Flüchtlinge entstehen soll, bin ich zu der Einwohnerversammlung gegangen. Die Veranstaltung war sehr gut organisiert und es wurden anschließend Listen ausgelegt, in die sich alle eintragen konnten, die sich engagieren wollen. Das habe ich gemacht und kurze Zeit später gab es ein erstes Treffen der Freiwilligen. Wir waren etwa 40 Menschen und haben mehrere Arbeitsgruppen gebildet – seitdem bin ich in der Arbeitsgruppe „Café“. Zweimal die Woche organisieren wir eine Art Begegnungsstätte, immer mittwochs und freitags. Es gibt Kaffee und Tee und Kuchen und einfach einen Ort, an dem sich die Menschen austauschen und Kontakte knüpfen können.

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Helfertreffen im Camp-Café

Um den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern Dankeschön zu sagen für die gute Zusammenarbeit und aktuelle Probleme zu besprechen, hatten die drei hauptamtlichen Mitarbeiter des IB im Übergangswohnheim der Flüchtlinge zu Mittwoch, dem 19.3.2016 ins Camp-Café eingeladen. Und weil essen und trinken Leib und Seele zusammenhält, gehörte das ebenfalls zum Treffen.

Die drei Sozialarbeiter
v. L. n. R.: Anika Misch, Kathrin Robey und Thomas Lindl

Anika Misch, Kathrin Robey und Thomas Lindl berichteten insbesondere von den Problemen bei der Wohnungssuche. Dazu werden die Flüchtlinge, die vorerst ein Bleiberecht haben, vom Jobcenter aufgefordert. Das größte Hindernis sind natürlich die Sprachprobleme. Deshalb werden ehrenamtliche Helfer/innen gesucht, die bei der Wohnungssuche und beim Kontakt zu Vermietern helfen. Interessenten können sich hier melden: T. 033205 231250.

Hecht, Stör und mehr…

Flüchtlinge zu Gast bei Fischer Mannheim
Hecht Stör mehr 1Haben Sie schon mal einen 80 Zentimeter langen lebenden Hecht gesehen, der in unserem See groß geworden ist? Was Manfred Mannheim, unser Fischer, den 25 Flüchtlingen, die am Sonnabend auf dem Fischerhof zu Gast waren, erleben wahrscheinlich auch viele Einheimische nicht alle Tage. Bevor die neuen Nachbarn in der Seddiner Hauptstraße ankamen, musste die Frage geklärt werden: Ab wann muss man eigentlich eine Demonstration anmelden? Das war natürlich nicht ernst gemeint, als eine Gruppe von 25 Flüchtlingen sich auf den einstündigen Fußmarsch von ihrem Camp am Breitenbachplatz zum Fischer aufmachte. Wahrscheinlich gibt es auch viele Einheimische, die nicht ahnen, was sie verpassen, wenn sie das tolle Angebot der Berufsfischerei nicht wahrnehmen. Hecht Stör mehr 2Unsere neuen Nachbarn lernten lebende Aale, Hechte, einen Stör, Saiblinge und Forellen kennen. Manfred Mannheim erläuterte, woher sie kommen und wie sie zubereitet werden. Zur beeindruckenden Gastfreundlichkeit des Fischers, seiner Frau und der helfenden Kollegen gehörte auch, Kostproben eingelegter und geräucherter Fische anzubieten. Küchenfertig ausgenommen und entschuppt befanden sie sich später in vielen roten Plastiktüten, die Flüchtlinge auf dem Heimweh transportierten. Der köstliche Duft nach frischem Fisch würde sich bei der Zubereitung eines Festmahls fürs Wochenende in der Camp-Küche verbreiten. Hecht Stör mehr 3Ach so: eine besonders große Fischtüte nahm die ebenfalls teilnehmende Deutschlehrerin aus Potsdam, Constanze Gestrich, als Geschenk mit auf ihren Nachhauseweg in Potsdam.

Werner Ruhnke

 

Dankeschön für die freundliche Aufnahme in der Gemeinde

Flüchtlinge zu Gast in der Gemeindevertretung
„Flüchtlingsangelegenheiten“, das klingt ziemlich trocken und das war vielleicht auch der Grund, warum nur wenige Einwohner an der Sitzung der Gemeindevertretung am 23. Februar 2016 teilgenommen haben. Dabei wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, sich über alle die Frage zu informieren, die immer wieder im Zusammenhang mit den „neuen Nachbarn“ auf dem

Gelände des ehemaligen Ambulatoriums am Breitenbachplatz gestellt werden: Wie viele Flüchtlinge sind da? Woher kommen sie? Wie geht es ihnen? Usw.

Kathrin Robey (Sozialarbeiterin), Anika Misch (Koordinatorin der Unterkunft), Rustom Khalaf und Mahran Mourad (beide Bewohner des „Camps“), Foto: Annett Sperling
Kathrin Robey (Sozialarbeiterin), Anika Misch (Koordinatorin der Unterkunft), Rustom Khalaf und Mahran Mourad (beide Bewohner des „Camps“), Foto: Annett Sperling

Beantwortet wurden diese Fragen von Anika Misch und ihrer Kollegin Kathrin Robey. Beide sind zusammen mit Thomas Lindl die verantwortlichen Sozialbetreuer des „Übergangswohnheims“, wie das Camp im Bürokratendeutsch heißt.

158 Flüchtlinge aus acht Nationen leben zurzeit in den Containern. Darunter sind 27 Kinder. 60 Flüchtlinge, überwiegend aus Syrien, haben inzwischen politisches Asyl erhalten und eine Aufenthaltsgenehmigung für 3 Jahre. Sie wurden inzwischen aufgefordert, sich eine Wohnung außerhalb des Camps und Arbeit zu suchen. Der Lebensunterhalt wird nach ALG II bezahlt, das sind 404 € im Monat. Dazu kommt die Miete.

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„Allianz für Weltoffenheit“ als wichtiges Signal

Aus Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben Kirchen, muslimische Verbände, Gewerkschaften, Arbeitgeber und weitere Verbände am 11. Februar 2016 eine „Allianz für Weltoffenheit“ gegründet. In einem gemeinsamen Aufruf mit dem Titel „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ appellierten die zehn beteiligten Partner angesichts der Herausforderungen durch den Zuzug von Flüchtlingen, Hass und Intoleranz entschieden entgegenzutreten. Hier geht es zum Aufruf.