Serverprobleme, Facebookseite und Umzugskartons

Sehr geehrte Leser,

leider hatten wir in den letzten Tagen einige Serverprobleme zu beklagen. Trotzdem konnten wir die Seite so wiederherstellen, dass sie jetzt wieder normal funktioniert. Der einzige, wesentliche Unterschied: Sie sehen nun blau anstelle von gelb-orange.

Wie sie vielleicht schon vor einigen Tagen gelesen haben, ist zudem unsere Facebookseite online. Schauen sie doch hin und wieder vorbei, lassen sie sich über Veranstaltungen oder allgemeines Informieren.

Auch diese Meldung ist schon vor einigen Tagen erschienen: Um die Winterkleidung der Kleiderkammer des Cafés über die warme Jahreszeit hinweg einzumotten, benötigen wir Umzugskartons. Sie haben noch einige, für die sie keinen Verwendungszweck haben? Geben sie sie zu den Cafézeiten (Mi. und Fr. von 14-17 Uhr) im Café im Ambulatorium ab.

Tom Schirrwagen

Helga Kurjatschij in den PNN

Helga Kurjatschij„Es gibt ein helles Deutschland, das sich leuchtend darstellt“, sagt Bundespräsident Joachim Gauck über die Helfer, die sich in diesen Tagen für Flüchtlinge einsetzen. Auch in Potsdam und Umgebung geben viele Freiwillige ihr Bestes. Die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) stellen jede Woche ein Beispiel vor, aufgezeichnet von Katharina Wiechers. Am 18.3.2016 wurde Helga Kurjatschij aus unserem Netzwerk vorgestellt: „Als klar war, dass hier in Neuseddin ein Übergangswohnheim für Flüchtlinge entstehen soll, bin ich zu der Einwohnerversammlung gegangen. Die Veranstaltung war sehr gut organisiert und es wurden anschließend Listen ausgelegt, in die sich alle eintragen konnten, die sich engagieren wollen. Das habe ich gemacht und kurze Zeit später gab es ein erstes Treffen der Freiwilligen. Wir waren etwa 40 Menschen und haben mehrere Arbeitsgruppen gebildet – seitdem bin ich in der Arbeitsgruppe „Café“. Zweimal die Woche organisieren wir eine Art Begegnungsstätte, immer mittwochs und freitags. Es gibt Kaffee und Tee und Kuchen und einfach einen Ort, an dem sich die Menschen austauschen und Kontakte knüpfen können.

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Helfertreffen im Camp-Café

Um den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern Dankeschön zu sagen für die gute Zusammenarbeit und aktuelle Probleme zu besprechen, hatten die drei hauptamtlichen Mitarbeiter des IB im Übergangswohnheim der Flüchtlinge zu Mittwoch, dem 19.3.2016 ins Camp-Café eingeladen. Und weil essen und trinken Leib und Seele zusammenhält, gehörte das ebenfalls zum Treffen.

Die drei Sozialarbeiter
v. L. n. R.: Anika Misch, Kathrin Robey und Thomas Lindl

Anika Misch, Kathrin Robey und Thomas Lindl berichteten insbesondere von den Problemen bei der Wohnungssuche. Dazu werden die Flüchtlinge, die vorerst ein Bleiberecht haben, vom Jobcenter aufgefordert. Das größte Hindernis sind natürlich die Sprachprobleme. Deshalb werden ehrenamtliche Helfer/innen gesucht, die bei der Wohnungssuche und beim Kontakt zu Vermietern helfen. Interessenten können sich hier melden: T. 033205 231250.

Hecht, Stör und mehr…

Flüchtlinge zu Gast bei Fischer Mannheim
Hecht Stör mehr 1Haben Sie schon mal einen 80 Zentimeter langen lebenden Hecht gesehen, der in unserem See groß geworden ist? Was Manfred Mannheim, unser Fischer, den 25 Flüchtlingen, die am Sonnabend auf dem Fischerhof zu Gast waren, erleben wahrscheinlich auch viele Einheimische nicht alle Tage. Bevor die neuen Nachbarn in der Seddiner Hauptstraße ankamen, musste die Frage geklärt werden: Ab wann muss man eigentlich eine Demonstration anmelden? Das war natürlich nicht ernst gemeint, als eine Gruppe von 25 Flüchtlingen sich auf den einstündigen Fußmarsch von ihrem Camp am Breitenbachplatz zum Fischer aufmachte. Wahrscheinlich gibt es auch viele Einheimische, die nicht ahnen, was sie verpassen, wenn sie das tolle Angebot der Berufsfischerei nicht wahrnehmen. Hecht Stör mehr 2Unsere neuen Nachbarn lernten lebende Aale, Hechte, einen Stör, Saiblinge und Forellen kennen. Manfred Mannheim erläuterte, woher sie kommen und wie sie zubereitet werden. Zur beeindruckenden Gastfreundlichkeit des Fischers, seiner Frau und der helfenden Kollegen gehörte auch, Kostproben eingelegter und geräucherter Fische anzubieten. Küchenfertig ausgenommen und entschuppt befanden sie sich später in vielen roten Plastiktüten, die Flüchtlinge auf dem Heimweh transportierten. Der köstliche Duft nach frischem Fisch würde sich bei der Zubereitung eines Festmahls fürs Wochenende in der Camp-Küche verbreiten. Hecht Stör mehr 3Ach so: eine besonders große Fischtüte nahm die ebenfalls teilnehmende Deutschlehrerin aus Potsdam, Constanze Gestrich, als Geschenk mit auf ihren Nachhauseweg in Potsdam.

Werner Ruhnke

 

Dankeschön für die freundliche Aufnahme in der Gemeinde

Flüchtlinge zu Gast in der Gemeindevertretung
„Flüchtlingsangelegenheiten“, das klingt ziemlich trocken und das war vielleicht auch der Grund, warum nur wenige Einwohner an der Sitzung der Gemeindevertretung am 23. Februar 2016 teilgenommen haben. Dabei wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, sich über alle die Frage zu informieren, die immer wieder im Zusammenhang mit den „neuen Nachbarn“ auf dem

Gelände des ehemaligen Ambulatoriums am Breitenbachplatz gestellt werden: Wie viele Flüchtlinge sind da? Woher kommen sie? Wie geht es ihnen? Usw.

Kathrin Robey (Sozialarbeiterin), Anika Misch (Koordinatorin der Unterkunft), Rustom Khalaf und Mahran Mourad (beide Bewohner des „Camps“), Foto: Annett Sperling
Kathrin Robey (Sozialarbeiterin), Anika Misch (Koordinatorin der Unterkunft), Rustom Khalaf und Mahran Mourad (beide Bewohner des „Camps“), Foto: Annett Sperling

Beantwortet wurden diese Fragen von Anika Misch und ihrer Kollegin Kathrin Robey. Beide sind zusammen mit Thomas Lindl die verantwortlichen Sozialbetreuer des „Übergangswohnheims“, wie das Camp im Bürokratendeutsch heißt.

158 Flüchtlinge aus acht Nationen leben zurzeit in den Containern. Darunter sind 27 Kinder. 60 Flüchtlinge, überwiegend aus Syrien, haben inzwischen politisches Asyl erhalten und eine Aufenthaltsgenehmigung für 3 Jahre. Sie wurden inzwischen aufgefordert, sich eine Wohnung außerhalb des Camps und Arbeit zu suchen. Der Lebensunterhalt wird nach ALG II bezahlt, das sind 404 € im Monat. Dazu kommt die Miete.

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„Allianz für Weltoffenheit“ als wichtiges Signal

Aus Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben Kirchen, muslimische Verbände, Gewerkschaften, Arbeitgeber und weitere Verbände am 11. Februar 2016 eine „Allianz für Weltoffenheit“ gegründet. In einem gemeinsamen Aufruf mit dem Titel „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ appellierten die zehn beteiligten Partner angesichts der Herausforderungen durch den Zuzug von Flüchtlingen, Hass und Intoleranz entschieden entgegenzutreten. Hier geht es zum Aufruf.

Der erste Schultag

Erster Schultag Flüchtlinge 1Ihren ersten Schultag in Deutschland erlebten am 12.1.2016 die 15 schulpflichtigen Kinder von unseren neuen Nachbarn, den Asylbewerbern aus Neuseddin. „Viele konnten vor Aufregung nicht einschlafen“, erzählten einige Eltern. „Ohne Sprachkenntnisse wollten wir unsere – kleinen neuen Nachbarn – nicht alleine losgehen lassen“, meinte die Cafe-Gruppe im Vorfeld. Und Annette Knodel organisierte einen Begleitservice nebst Empfang in der Eingangshalle der Schule. Und da der Schulanfang zünftig sein sollte, wurden vorher von der ehrenamtlichen Cafe-Besetzung 15 bunte kleine Schultüten gepackt . „Hoffentlich klappt es mit dem frühen Aufstehen“, sorgten sich die Begleiter Annette Knodel, Bernd Lehmann und Brigitte Riedel und machten sich auf den Weg zum Camp. Die Sorge war unbegründet. Eine Containertür nach der anderen öffnete sich. Teils müde, teils putzmunter mit leuchtenden Augen erschienen die Kinder und ab ging es mit Mama oder Papa nebst Begleitservice um sieben Uhr früh bei Glatteis Richtung Schule. Da die fremd klingenden Namen der Kinder nicht einfach zu behalten sind, gab es in der Eingangshalle der Schule für alle ein Namensschild nebst Schultüte, während die Schulleiterin Christiane Wladimiroff mit Unterstützung der Sozialpädagogin Heike Bach als kleines Willkommensgeschenk ein  Erster Schultag Flüchtlinge 2Buch überreichte. Endlich im Klassenzimmer, beäugten die Kinder neugierig ihr neues Umfeld. In einer Förderklasse werden sie zunächst den Schulalltag in Deutschland erleben und die deutsche Sprache lernen, bevor sie in die entsprechenden Schulklassen wechseln. Die Cafe-Gruppe ist überzeugt, das wird schnell gehen. Als die Kinder im Oktober ankamen und erstmals das Cafe besuchten, konnten fast alle bereits die deutschen Buchstaben schreiben und ihre Namen unter ihre frisch gemalten Bilder setzen. Auch die erwachsenen -neuen Nachbarn- übten mit Begeisterung das Lesen. Im Gegenzug waren die arabischen und iranischen Schriftzeichen für die ehrenamtlich tätige Cafe-Gruppe ein Buch mit sieben Siegeln. „Das werden wir wohl nie mehr lernen“, waren sich alle weitgehend einig. „Bei uns im Cafe klappt die Verständigung notfalls mit Händen und Füßen aber immer mit viel Spaß.“
Text und Fotos: Brigitte Riedel